Antrieb und Getriebe
Wie die Kraft auf den Boden kommt — vom Getriebe bis zum Allrad.
Portalachsantrieb
Technik-BerichtNasskupplung
Technik-BerichtUnsynchronisiertes Schaltgetriebe
Technik-BerichtMittellager der Kardanwelle
Technik-BerichtGruppengetriebe
Technik-Bericht
Getriebelager
Technik-Bericht
Kreuzgelenk der Kardanwelle
Technik-Bericht
Differentialgetriebe
Technik-BerichtSplitgetriebe
Technik-Bericht
Homokinetisches Gelenk
Technik-Bericht
Planetengetriebe
Technik-BerichtDifferenzialsperre
Technik-BerichtAchsantrieb und Endantrieb
Technik-BerichtWendegetriebe und Reversiergetriebe
Begriffe aus den Datentabellen
Getriebe (Überblick)
„Getriebe“ ist im Register ein Sammelfeld für die Bauart des Kraftübertragungswegs zwischen Motor und Rädern - dahinter kann sich ein klassisches Schaltgetriebe mit Kupplung, ein Lastschaltgetriebe (siehe Lastschaltung), ein stufenloses Getriebe (CVT/Vario) oder ein hydrostatischer Antrieb verbergen. Die drei genannten Bauarten unterscheiden sich vor allem darin, ob und wie beim Wechsel der Übersetzung die Zugkraft unterbrochen wird und wie fein sich die Geschwindigkeit einstellen lässt. Für die Kaufentscheidung zählt weniger die Bauart an sich als die Frage, zu welcher Arbeit sie passt: häufige, feine Geschwindigkeitsänderungen sprechen für stufenlos oder hydrostatisch, reine Straßenfahrt und einfache Technik eher für ein klassisches Schaltgetriebe. Die genaue Bezeichnung auf dem Typenschild oder in der Bedienungsanleitung des Herstellers gibt hier mehr Auskunft als das allgemeine Feld allein.
Lastschaltung (Powershift)
Lastschaltung bedeutet, dass Gänge oder Gruppen ohne Kupplungstreten und ohne Zugkraftunterbrechung gewechselt werden können - der Traktor bleibt beim Schalten unter Last am Zug, statt kurz stehenzubleiben. Das ist besonders beim Pflügen oder bei wechselnden Bodenverhältnissen spürbar, wo jede Unterbrechung Zeit und Zugkraft kostet. Lastschaltstufen werden meist über einen Taster am Schalthebel oder Joystick bedient, oft in Kombination mit einem klassischen, per Kupplung geschalteten Grundgetriebe für größere Gangsprünge. Wie viele Lastschaltstufen ein Getriebe bietet (zwei, drei, manchmal mehr), bestimmt, wie fein sich die Übersetzung an wechselnde Zugwiderstände anpassen lässt. Für reine Transportfahrten ist Lastschaltung weniger entscheidend als für Feldarbeiten mit häufigem Kraftbedarfswechsel.
Stufenlos (CVT/Vario)
Ein stufenloses Getriebe (CVT, bei manchen Herstellern unter Namen wie Vario bekannt) hat keine festen Gangstufen, sondern verändert die Übersetzung fließend zwischen einem Minimum und einem Maximum. Der Fahrer wählt eine Zielgeschwindigkeit oder Motordrehzahl, die Elektronik regelt automatisch, wie sich Motor- und Fahrgeschwindigkeit zueinander verhalten - ohne Zugkraftunterbrechung und ohne Schaltruck. Das erleichtert gleichmäßige Arbeiten wie Mähen oder Säen, bei denen eine konstante, exakt einstellbare Geschwindigkeit gefragt ist, und erlaubt sanftes Rangieren. Technisch basiert es meist auf einer Kombination aus hydrostatischem und mechanischem Leistungspfad; entsprechend ist die Wartung eher Sache einer Fachwerkstatt als klassischer Schaltgetriebe. Der Aufpreis gegenüber einem gestuften Getriebe rechnet sich vor allem bei Betrieben mit vielen wechselnden Arbeiten und hoher jährlicher Betriebsstundenzahl.
Hydrostatischer Antrieb
Bei hydrostatischem Antrieb treibt der Motor eine Hydraulikpumpe an, die Öl unter Druck zu einem oder mehreren Hydraulikmotoren an den Rädern (oder Ketten) fördert - es gibt also keine mechanische Kupplungs- oder Schaltverbindung zwischen Motor und Rad, nur einen Ölkreislauf. Das erlaubt stufenloses, sehr feinfühliges Fahren inklusive Vor- und Rückwärtsfahrt ohne Schalten, was besonders bei Baumaschinen, Kompakttraktoren, Radladern und Staplern geschätzt wird. Vorteile sind einfache Bedienung, gute Regelbarkeit im Schritttempo und geringerer Verschleiß beim Rangieren; Nachteile sind ein gewisser Wirkungsgradverlust gegenüber mechanischem Antrieb, besonders bei hohen Dauergeschwindigkeiten, weshalb er bei großen Ackerschleppern seltener als alleiniger Fahrantrieb vorkommt. Wartung betrifft vor allem Ölqualität, Filter und Dichtungen des Hydrauliksystems statt Kupplung und Schaltgetriebe. Bei Gebrauchtmaschinen mit hydrostatischem Antrieb lohnt sich ein Blick auf Ölwechselintervalle und eventuelle Leckagen an Pumpe und Motoren.
MFWD / Allrad zuschaltbar
MFWD (Mechanical Front Wheel Drive) bezeichnet einen Traktor mit zuschaltbarem Allradantrieb: Im Normalbetrieb läuft die Kraft nur über die Hinterachse, bei Bedarf - etwa auf losem Untergrund, am Hang oder beim Pflügen - lässt sich die Vorderachse per Schalter oder automatisch zuschalten. Das unterscheidet sich vom permanenten Allrad, der immer über alle vier Räder zieht, und vom reinen Hecktrieb ohne angetriebene Vorderachse. Zuschaltbarer Allrad verbindet einen Teil der besseren Traktion eines Allradfahrzeugs mit dem geringeren Verschleiß und dem etwas niedrigeren Kraftstoffverbrauch des Hecktriebs bei Straßenfahrten und leichten Arbeiten. Beim Gebrauchtkauf lohnt sich eine Probefahrt mit zugeschaltetem Allrad, da Gelenkwellen und Vorderachsgetriebe eigene Verschleißteile sind, die separat geprüft werden sollten. Ob die Zuschaltung automatisch (etwa über Lenkeinschlag) oder rein manuell erfolgt, unterscheidet sich je nach Hersteller und Baujahr.
Die Erklärungen beziehen sich auf die Begriffe unserer Datentabellen. Sie ersetzen keine Betriebsanleitung des Herstellers.